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Weiße Räume im schwarzen Text

Weiße Räume im schwarzen Text? Damit beschäftigt sich die Methode des Bibliologs, welche das Thema der Frühjahrstagung der Theologiestudierenden im Rheinland 2016 in Leutesdorf am Rhein war. Und vermutlich hatten viele Teilnehmer eine genauso geringe Vorstellung vom Thema wie sie jetzt vielleicht der Titel dieses Artikels hervorruft.

Nichtsdestotrotz brachten wir Erwartungen mit. Im Studium beschäftigen wir uns vor allem historisch-kritisch mit der Bibel und es fällt schon nach wenigen Semestern schwer, anders an einen Text heranzugehen, ihn aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen. Welche Botschaft will er uns mitteilen? Wie können wir offen sein für Texte ohne unreflektiert zu werden oder sie eben nur historisch-kritisch in ihrer Zeit zu betrachten? Wir wünschten uns, Methoden kennenzulernen, die uns bei der Predigtarbeit helfen oder uns anleiten, wenn uns ein Text scheinbar nichts zu sagen hat.

Mit Pfarrerin Susanne Koschmider arbeiteten wir mit verschiedenen Textstellen. Wir haben gemeinsam versucht, uns in die biblischen Personen hineinzuversetzen, sie zum Sprechen zu bringen. Also die weißen Lücken zwischen dem schwarzen Text etwas auszumalen. Das hat die einen mehr bewegt als die anderen. Manche waren total begeistert und können sich gut vorstellen, die Methode selber (nach entsprechender Ausbildung) in Gemeinden weiterzutragen, während sie für andere eher “nur” eine interessante Abwechslung in der Bibelarbeit darstellt. Aber wir haben wohl alle etwas mitgenommen.

Besonders wichtig waren auch die persönlichen Gespräche, für die auf der Tagung viel Raum blieb. Es ist faszinierend, zu entdecken, wie bunt unsere Kirche ist, wie unterschiedlich die Menschen sind, die von ganz verschiedenen Studienorten im Rheinland zusammenkommen. Und wenn alles auch noch in einem solchen Umfeld mit schönem Rheinblick und leckerem Essen geschieht, dann kann man wirklich von einem gelungenen Wochenende sprechen.

                                                                                                                     Verfasst von einer Teilnehmerin

Kategorie: Blog, Tagungen

von

Luca Bergfelder

Jahrgang 1992, Kindheit und Jugend im Kirchenkreis An Sieg und Rhein, Abitur 2011 an der CJD Christophorusschule Königswinter, danach einjähriger Freiwilligendienst in Jerusalem, 2012 bis 2014 Theologiestudium an der Uni Bonn, seit 2014 in Heidelberg, Zuständig für http://rheinland.interseth.de/, September 2015 bis März 2016 Interreligiöses Studienprogramm in Japan/Kyoto über die Evangelische Mission in Solidarität

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