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Abenteuer Examen – A whole new world

Was sich vor zehn Monaten noch wie Level eins im Abenteuer Examen anfühlte, scheint im Rückblick fast eher wie eine Demoversion.

Zehn Monate sind seit dem Examenstag vergangen und es kommt mir vor wie 40 Tage in der Wüste – einerseits vergeht die Zeit viel zu schnell, um den enormen Lernstoff aufzunehmen, und dennoch wünsche ich mir immer wieder eine Oase, ein Tag ohne Abenteuer und Zweifel.

Neben dem Schreiben letzter Hausarbeiten und dem Sammeln finaler Leistungspunkte, reichte die Zeit immerhin auch für zwei Repetitorien. Dort wurde mir schnell klar, dass eisenhartes Büffeln vor etlichen Überblicks- und Spezialbüchern und unermüdliches Wiederholen des bereits Gelernten durch keinen Dozenten ersetzt werden kann. Für mich, ehrlich gesagt, eine ziemlich neue Erfahrung, da die Zwischenprüfung, das Philosophicum und diverse Veranstaltungsprüfungen i.d.R. mit einem einmaligen Noch-Mal-Drübergucken zu bewältigen gewesen waren. In Sachen Selbstorganisation und Selbstdisziplin stand ich also plötzlich vor dem Eingangstor in eine völlig neue Welt.

Ob ich mich in dieser besser zurechtfinde, indem ich dem inneren auch ein äußeres System-Update habe folgen lassen, wird sich erst noch zeigen. Mitten in der Lernphase zog ich schließlich noch von Heidelberg nach Wuppertal – mein ganz persönliches Bonuslevel  samt Wohnungssuche und -einrichtung. Mittlerweile habe ich aber meinen Stammplatz in der Bibliothek an der Kirchlichen Hochschule gefunden und fürchte, der Stuhl wird schon vor Abgabe der Predigtarbeit durchgesessen sein.

Wie jedes gute Abenteuer, bietet auch meins wöchentlich neue Schreckmomente: Wenn zum Beispiel Kommilitonen ein Thema viel gründlicher erarbeitet haben als man selbst und man sich fragt, ob man von Beginn an alles falsch angegangen ist. Oder wenn das Vorwort des neuen Hauschild von der Lernmethode, die man sich mühsam ausgedacht hat, “dringend abrät”. Examen ist halt kein zweidimensionales Point-And-Click-Adventure, sondern ein waschechtes Open-World-MMORPG. Viel zu erkunden, viel Entscheidungsfreiheit, manchmal sogar viel zu viel, und am Ende steht der Endboss in Form von zahlreichen Klausuren und mündlichen Prüfungen. Also schärfe ich weiter meine Schwerter. Soll er doch kommen.

Kategorie: Blog, Examen, Studium

von

Luca Bergfelder

Jahrgang 1992, Kindheit und Jugend im Kirchenkreis An Sieg und Rhein, Abitur 2011 an der CJD Christophorusschule Königswinter, danach einjähriger Freiwilligendienst in Jerusalem, 2012 bis 2014 Theologiestudium an der Uni Bonn, seit 2014 in Heidelberg, Zuständig für http://rheinland.interseth.de/, September 2015 bis März 2016 Interreligiöses Studienprogramm in Japan/Kyoto über die Evangelische Mission in Solidarität

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