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Kirche Knäckebrot

Sie sind weit gereist. Ein wenig geschafft, aber mit einem neugierigen Leuchten in den Augen kommen sie an. Achtzehn Schüler und Schülerinnen, Studenten und Studentinnen, Vikare und Vikarinnen aus vierzehn evangelischen Landeskirchen treffen sich für ein Wochenende in der Nähe von Neuss. Noch sind sie sich fremd, aber sie alle beschäftigt eine Frage: Wie sieht die Kirche der Zukunft aus? Wie muss sie aussehen, damit sie weiter relevant bleibt und die Menschen erreicht?

Um das zu diskutieren, haben sie sich auf der Raketenstation Hombroich versammelt, einem Ort der Transformation. Hier, wo in der Zeit des Kalten Krieges noch Abwehrraketen standen, befindet sich heute ein Ort für Kunst, ein riesiges Areal, bewachsen mit hohem Gras und wilden Apfelbäumen. Dazwischen steht schlichte Architektur aus rotem Ziegel, mit leeren Räumen, großen Fenstern und unverbautem Blick.

 

Genau der richtige Ort also für den „Think-Tank 2030“ zum Thema „Kirche der Zukunft“, der richtige Ort für eine kreative Denkfabrik. Denn innovatives Denken und Denken gegen den Strom ist dieses Wochenende erlaubt, ja sogar erwünscht. Dafür, dass das gelingt, sorgt ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Michael Birgden, Diplom-Theologe und Chef der Agentur kerygma aus Köln, dem Mediensoziologen Dr. Sebastian Pranz, dem Art-Direktor Klaus Neuburg und der Redakteurin Sandra Kaufmann.

Schon als Vorbereitung auf den Think-Tank mussten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aktiv werden. Sie sollten sich überlegen, welchen Gegenstand sie für die Kirche in 50 Jahren in eine Zeitkapsel legen würden. Was also ist ihnen wertvoll, was soll der Kirche nicht verloren gehen? Auch das sind wichtige Fragen des Wochenendes, denn es soll nicht nur um Veränderung gehen, sondern auch um eine Bestandsaufnahme. Dazu werden alle mitgebrachten Gegenstände auf kleine Tische gestellt und von einem anderen Teilnehmer oder einer anderen Teilnehmerin kommentiert. Erst dann löst der- oder diejenige, der/die den Gegenstand mitgebracht hat auf, was er oder sie sich dabei gedacht hat. Dörte Mohme etwa hat Komposterde mitgebracht, „als Zeichen der Erdung und als Zeichen fürs Werden und Vergehen“. Sophia Dollan sieht in einem Ladekabel eine „Erinnerung daran, dass die Kirche Kraft geben kann, aber auch daran, dass sie den Anschluss nicht verlieren darf“ und Veronika Grüber würde einen kleinen Regenschirm in die Zeitkapsel legen, „als Symbol des Schutzes, da auch die Kirche ein Platz zum Ausruhen ist und ein schützendes Dach bietet“. Große Lacher gibt es bei dem mitgebrachten Knäckebrot, in der Assoziationsrunde spricht Max Niessner den Gedanken aus, „dass ja auch Kirche für viele etwas ist“, das man wie Knäckebrot „gerne für schlechte Zeiten aufbewahrt.“

Was hättest Du mitgebracht?
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Das volle Leben | ThinkTank2030

Wie steht es um die Zukunft der Kirche und wie sieht die Kirche der Zukunft aus? An welchen Orten wird Glauben sichtbar und wie gestaltet sich die Gemeinde der Zukunft? Welche Rolle spielt die Kirche in der Gesellschaft von Morgen und wie kann sie diejenigen erreichen, die am Rand stehen?

Diese und andere Fragen beschäftigen angehende Pfarrerinnen und Pfarrer bei der
Initiative „Think-Tank 2030“. Gemeinsam entwickeln sie Thesen, Fragen und kreative
Entwürfe zur Kirche von Morgen. Der Think-Tank 2030 ist eine Maßnahme der Kampagne
„Das volle Leben“, die gemeinsam mit der Zielgruppe weiterentwickelt werden soll.

In Zusammenarbeit mit der EKD-Kampagne Das volle Leben veröffentlichen wir nach und nach Berichte und Denkanstöße rund um die Kirche der Zukunft.

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von

Jan Ehlert

Jan Ehlert, 1985 geboren in Essen und dort im Herzen des Ruhrgebiets aufgewachsen. Studium der Evangelischen Theologie in Bonn und Wuppertal, war Vorsitzender beim Studierendenrat Evangelische Theologie sowie Portalleiter bei theologiestudierende.de, war Vikar in der Bonner Friedenskirchengemeinde und Vorsitzender der rheinischen Vikarsvertretung. Heute ist er Pfarrer in Troisdorf und im Landeskirchenamt zuständig für meine.ekir.de und allerhand rund um SocialMedia.

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