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Abenteuer Examen – Bonuslevel entdeckt

Luca hat schon einige Abenteuer auf dem Weg zu seinem ersten Examen erlebt und ich bin gespannt, wie es ihm jetzt geht, da er wirklich mittendrin ist: Examens- und Predigtarbeit schreiben, Schwerpunktthemen vorbereiten, die anstehenden Klausuren nicht aus dem Blick verlieren. Auf meinem Weg nach Wuppertal werden in mir die eigenen Erfahrungen dieser Zeit wach: all die Anspannung, der Druck, die Sorgen und Ängste, der Wunsch, dass es endlich vorbei ist.

Und dann sitzt er da vor mir und beginnt gleich zu erzählen. Von seiner Examensarbeit und der Theologie der Ostasienmission. Von Quellentexten und Japan. In seinen Augen beginnt es zu leuchten und man kann spüren, wie sehr ihn das Thema seiner Arbeit begeistert hat.  „Es war super toll“, strahlt er, „die Gedanken sind einfach geflossen“. Zwölf Wochen hatte Luca Zeit das Thema, das er mit seinem Heidelberger Professor gesucht und gefunden hatte zu bearbeiten. Die Quellen dafür fand er im Archiv der Vereinten Evangelischen Mission, nur einen kurzen Fußweg von seinem Arbeitsplatz in der Hochschulbibliothek am Theologischen Zentrum in Wuppertal entfernt. „Ich konnte zwölf Wochen mein Ding machen“, erzählt mir Luca, „Das hat mir Kraft gegeben für den nächsten Abschnitt des Examens.“ Etwa für die Predigtarbeit, die er gerade über einen Abschnitt aus dem Römerbrief schreibt. Auch hier hat er bereits eine Idee.

Luca hat mit dem Thema für seine wissenschaftliche Examensarbeit ein Bonuslevel inmitten seines Abenteuers Examen gefunden. Es ist wirklich eine gute Entwicklung, merke ich, dass die Themen für die wissenschaftliche Arbeit nicht mehr strikt vorgegeben werden, sondern im Gespräch zwischen Student und Professor entstehen. Wissenschaft eben. Und eine große Chance: Wenn ich ein Thema finde, auf das ich tatsächlich Bock habe, kann mir das soviel Kraft und Schwung für die folgenden Herausforderungen geben. Und ich denke: Gut, dass sich das seit meinem Examen so positiv verändert hat.

Vor ihm liegen jetzt noch drei Klausuren und fünf mündliche Prüfungen. Aber selbst darauf blickt Luca zuversichtlich. Ein wirklicher Stein im Weg sei, so erklärt er mir, wenn man nicht sicher sei, dass man diesen Beruf will. Die Zeit des Examens sei eben auch immer wieder Wüstenerfahrung, aber machbar, wenn man das Wasser sehen könne. Luca ist voller Vorfreude auf den Pfarrberuf. Für ihn wird es nach den bestanden Prüfungen zum Vikariat in die Gemeinde Staudernheim im Kirchenkreis an Nahe und Glan gehen. Auf Beerdigungen und Taufen freut er sich besonders: „Ich bin für die Leute da in Krisen und Wendepunkten und kann vermitteln im Kontakt zu Gott.“

Das Wochenende wird Luca mit Freunden in Bonn verbringen: Fußballgolf steht auf dem Plan. Zwischendurch auch einfach mal raus aus der Lern- und Prüfungsatmosphäre in Wuppertal. Auch das vermutlich ein wichtiger Bestandteil in Lucas Rezept für Gelassenheit im Examen.

Ich bleibe nach unserem Gespräch durchaus erstaunt und beeindruckt zurück, aber sicher: Mit der Einstellung wird Luca auf jeden Fall den Endgegener besiegen und hat durchaus Chancen auf einen guten Platz in der Highscoreliste.

Kategorie: Blog, Examen, Studium

von

Jan Ehlert

Jan Ehlert, 1985 geboren in Essen und dort im Herzen des Ruhrgebiets aufgewachsen. Studium der Evangelischen Theologie in Bonn und Wuppertal, war Vorsitzender beim Studierendenrat Evangelische Theologie sowie Portalleiter bei theologiestudierende.de, war Vikar in der Bonner Friedenskirchengemeinde und Vorsitzender der rheinischen Vikarsvertretung. Heute ist er Pfarrer in Troisdorf und im Landeskirchenamt zuständig für meine.ekir.de und allerhand rund um SocialMedia.

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