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Uni@home


Die erste Woche Uni@home ist vorbei und ich kann sagen: mein Kaffeekonsum hat drastisch zugenommen!
Diese Woche war es noch etwas ungewohnt nicht mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen im Hörsaal sitzen zu können und stattdessen in den eigenen vier Wänden Vorlesungen zu besuchen, doch daran werde ich mich bestimmt gewöhnen. Was mir jedoch schon jetzt aufgefallen ist und sich bestimmt auch nicht ändern wird: die Gespräche, die normalerweise nach den Veranstaltungen stattfinden, entfallen. Während der letzten Semester hatte ich häufig das Gefühl, dass ich mich erst gegen Ende einer Veranstaltung wirklich in das Thema eingefunden habe und ich mich nach der Veranstaltung durch Gespräche mit Kommilitoninnen und Kommilitonen weiterbilden und mir eine eigene Meinung bilden konnte. Gerade das Theologiestudium lebt vom Reden. Doch momentan fällt wohl auch das flach. Man kann sich natürlich nach einer Veranstaltung extra nochmal verabreden und darüber reden, aber seien wir mal ehrlich: Wer macht so etwas und wie gut hält man das durch?
Tatsächlich habe ich nicht damit gerechnet, dass ein digitales Semester ähnlich wie bei Monopoly bedeutet: Schließe dich in dein Zimmer ein. Gehe nicht über die Bibliothek, ziehe nicht den Semesterappart zu rate.
Stattdessen heißt es: drucken, drucken, drucken. Die meisten Dozierenden erwarten, dass man sich die Unterlagen, seien es Skripte oder Präsentationen, ausdruckt und während der Veranstaltung neben sich liegen hat. Etwas auf Papier stehen zu haben ist zwar eine willkommene Abwechslung zum ständigen auf-das-Laptop-Starren, doch weiß ich momentan nicht so recht wohin mit den ganzen Kopien. Letzten Endes werde ich die Präsentation dann doch auf meinem Laptop speichern und hätte mir diese Drucke sparen können.
Wenn man dann alle Veranstaltungen besucht hat und sie nach- und die nächsten Veranstaltungen vorbereiten möchte, darf man sich schon wieder vor den PC setzen. Quasi das gesamte Leben wurde ins Digitale verlegt. Doch auch, wenn man sich in Videokonferenzen sehen kann, fehlt etwas. Wir sind Menschen und wir brauchen soziale Kontakte, nicht nur Gespräche, sondern auch Berührungen. Ich merke, dass es auf Dauer immer anstrengender wird, diese Kontakte nur noch digital oder via Briefe aufrecht zu erhalten.

Positiv ist jedoch, dass, zumindest einige Studierende, nun nicht täglich zur Uni pendeln müssen und sich dem Stress, den das Pendeln bedeutet nicht aussetzen müssen. Auch können sich diese momentan sicher sein, nichts zu verpassen, nur weil sie nicht in der Nähe ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen wohnen.

Auch ich genieße es, mal etwas länger bei meinen Eltern sein zu können, doch fehlt mir eindeutig mein Leben mit meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen an der Hochschule.

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von

Anna-Lena Steuckart, 1999 geboren in Bad Kreuznach und dort aufgewachsen. Während der Schulzeit habe ich ein Auslandsjahr in Spanien gemacht und seit meinem Abitur im März 2018 studiere ich Evangelischen Theologie in Wuppertal. Neben Theologie studiere ich seit dem Wintersemester 2018/19 Informatik an der Universität in Wuppertal. Seit 2020 bin ich für meine.ekir.de zuständig.

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