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Mein Praktikum in der Stadt

Teil des Theologiestudiums ist ein Gemeindepraktikum, das ich als Landei vor Kurzem in einer Stadt machen durfte. Bewusst habe ich mich für Wuppertal entschieden, da ich etwas Neues kennenlernen wollte und mir die Unterschiede zwischen Stadt und Land klar machen wollte.

Ein Unterschied fiel mir sofort auf: die Gemeinde hat nicht nur einen Pfarrer oder eine Pfarrerin, sondern gleich zwei Pfarrerinnen und zwei Pfarrer. Aus meiner Heimatgemeinde bin ich es gewohnt, dass es einen Pfarrer für die ganze Gemeinde gibt, der auch alle Aufgaben übernimmt. Aber so ist es in einer Stadt wohl eher selten. In meiner Praktikumsgemeinde haben sich die Pfarrpersonen die Arbeit in Bezirke aufgeteilt, wobei jede Pfarrerin und jeder Pfarrer eigene Schwerpunkte hat und mit diesen Schwerpunkten, wie zum Beispiel der Jugendarbeit, auch in anderen Bezirken der Gemeinde aktiv ist. Auch gibt es zur Entlastung der Pfarrpersonen einen Besuchsdienstkreis für Geburtstagsbesuche. Das kannte ich aus meiner Heimatgemeinde auch nicht, in der der Pfarrer jeden Gottesdienstbesuch selbst getätigt hat. Die Geburtstagsbesuche als Pfarrperson selbst zu machen hat jedoch den Vorteil, mehr Kontakt gerade zu den Älteren Gemeindegliedern zu haben als wenn man sie nur im Gottesdienst antrifft. 

Etwas ganz Neues für mich war ein Gottesdienst, der von 16-29-jährigen Gemeindegliedern durchgeführt wurde. Zu Beginn musste ich mich mit dieser Art des Gottesdienstes anfreunden, doch am Ende meines Praktikums fand ich sie so gut, dass ich auch nach meinem Praktikum noch immer diese Gottesdienste besuche. Während bei der Planung meine Mentorin, also eine der Pfarrerinnen der Gemeinde, dabei war, Tipps gegeben hat und bei Fragen helfen konnte, lag am Ende die Umsetzung ganz in den Händen der jungen Gemeindeglieder. Im Gottesdienst wurden neue moderne Lieder von einer Band gespielt und für die Fürbitte konnte man, wenn man wollte, einen Stein oder ein Teelicht an ein Kreuz legen (das Bild oben zeigt das). Gerade wegen der unbekannten Lieder und einer Gottesdienstform, die nicht so ganz dem „Standardgottesdienst“ sonntags entspricht, fiel es mir zu Beginn schwer mich dort wohl zu fühlen. Doch mit der Zeit habe ich auch an den neuen Liedern meine Freude gefunden und war erstaunt, wie viele junge Menschen an einem Sonntagabend in den Gottesdienst kamen. So etwas kannte ich aus meiner Gemeinde bis dahin nicht.

Ein Kirchencafé, das sich über Spenden finanziert, fand ich sehr toll! Immer, wenn meine Mentorin und ich während des Praktikums Leerlauf hatten, konnten wir dort hin gehen, Menschen treffen und mit ihnen reden. So war auch ich beschäftigt, wenn meine Mentorin Andachten und Ähnliches vorbereitet hat.

Nach meinen vier Wochen Praktikum in einer Stadtgemeinde hatte ich ganz viel neuen Input, den ich am liebsten gleich in einer anderen Gemeinde ausprobiert hätte. Zumindest hat mir das Praktikum noch einmal gezeigt wie vielseitig der Pfarrberuf ist und wie viele Möglichkeiten es gibt sich als Pfarrperson in der Gemeinde auszuleben.

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von

Anna-Lena Steuckart, 1999 geboren in Bad Kreuznach und dort aufgewachsen. Während der Schulzeit habe ich ein Auslandsjahr in Spanien gemacht und seit meinem Abitur im März 2018 studiere ich Evangelischen Theologie in Wuppertal. Neben Theologie studiere ich seit dem Wintersemester 2018/19 Informatik an der Universität in Wuppertal. Seit 2020 bin ich für meine.ekir.de zuständig.

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